Antidepressiva ausschleichen: Übersicht über bestehende Absetzstrategien

Anmerkung der Redaktion: Dies ist eine Übersicht über bestehende formelle und informelle Leitlinien zu Absetzprotokollen bei Psychopharmaka. Dieser Artikel sollte nicht als medizinischer Rat oder als Anweisung verstanden werden, das Absetzen von Medikamenten auf eine bestimmte Art und Weise durchzuführen.

Weitere Links und Medien zum Entzugssyndrom finden Sie hier.

Wichtig: Leitfäden zum Ausschleichen raten davon ab, Psychopharmaka abrupt abzusetzen, es sei denn, die weitere Einnahme würde eine akute schwerwiegende Gesundheitsgefahr bedeuten.

Allgemeine Probleme

Mangel an formeller Forschung

Die erste Generation von „Psychopharmaka” kam in den 1950er Jahren auf den Markt und wird somit seit mehr als 60 Jahren regelmäßig verschrieben. Die wissenschaftliche Evidenz für Entzugssymptome beim Absetzen von Antidepressiva reicht bis in die frühen 1960er-Jahre zurück, wie ein Artikel von Michael Hengartner und Andri Rennwald im Psychotherapeutenjournal von 2025 aufzeigt. Dennoch gibt es nur wenige Forschungsarbeiten darüber, wie diese Medikamente am besten ausgeschlichen werden können. Da solche Forschungen fehlen, gibt es keine gute „Evidenzbasis” für Absetzprotokolle.

Entzugserfahrungen variieren stark

Viele Faktoren beeinflussen, wie schnell jemand Psychopharmaka absetzen kann oder sollte. Basierend auf den anekdotischen Erfahrungen von Menschen in Selbsthilfegruppen oder Berichten in den Medien scheint sich die Mehrheit der Menschen mit der Zeit zu erholen, einige vollständig, andere in geringerem Maße. Unbekannt ist die Dauer der Genesung, die sehr unterschiedlich ist und von vielen individuellen Faktoren abhängt.

Zu den Faktoren, die die Schwierigkeit des Entzugs beeinflussen, gehören:

  • Die Dauer der Einnahme der Medikamente (wer sie länger eingenommen hat, braucht möglicherweise länger für den Entzug).
  • Die eingenommene Dosis (höhere Dosierungen können bedeuten, dass langsamer abgesetzt werden muss, um das Risiko für schwere Entzugssymptome zu reduzieren).
  • Die Halbwertszeit des betreffenden Medikaments (Medikamente, die schnell aus dem Körper ausgeschieden werden, führen tendenziell dazu, dass der Entzug schneller oder stärker zu spüren ist).
  • Das Alter der Person (oft, aber nicht immer, fällt jüngeren Menschen der Entzug leichter als älteren Menschen). Dies gilt insbesondere für Kinder.
  • Der allgemeine Gesundheitszustand der Person, die den Entzug durchführt (da der Entzug körperlich anstrengend sein kann, scheinen fittere Menschen besser damit zurechtzukommen).
  • Die Einnahme anderer verschreibungspflichtiger Medikamente oder illegaler Drogen (die Einnahme mehrerer Medikamente kann den Entzug erschweren, ebenso wie die Einnahme illegaler Drogen).
  • Frühere gescheiterte Entzugsversuche (frühere gescheiterte Entzugsversuche können die psychologische Hürde erhöhen).

Kurz gesagt, der beste Entzugsplan ist einer, der es der Person ermöglicht, die Medikamente abzusetzen und dabei Entzugssymptome zu vermeiden oder auf ein erträgliches Maß zu minimieren, ohne dass größere Lebensumstellungen erforderlich sind. Da Menschen unterschiedliche Toleranzen haben, erfordert das Absetzen wahrscheinlich einen personenzentrierten, fast einzigartigen Ansatz.

Absetzgeschwindigkeiten 

Es gibt große Unterschiede zwischen den Entwöhnungsrichtlinien, die von Fachorganisationen entwickelt wurden, und den Ratschlägen und Praktiken, die aus der „Erfahrungsgemeinschaft” stammen. Die fachlichen Richtlinien empfehlen in der Regel viel kürzere Entwöhnungsphasen als diejenigen, die aus gelebter Erfahrung sprechen, und auch die Strategien zur Dosisreduktion können sehr unterschiedlich sein.

Antidepressiva

Anzahl der von Entzugssymptomen betroffenen Personen

Es gibt nur wenige Forschungsprojekte, die sich mit der Anzahl der Personen befassen, die beim Absetzen von Antidepressiva über Entzugssymptome berichten. In einer 2019 durchgeführten britischen Umfrage von Professor John Read und Dr. James Davies gaben 56 % der Befragten an, Entzugserssymptome zu haben, wobei 46 % diese als schwerwiegend beschrieben. Die Erfahrungen reichen von relativ leichtem Absetzen mit milden, kurzzeitigen Symptomen bis hin zu langwierigen Entzugssymptomen, die viele Monate oder manchmal sogar Jahre andauern.

Professionelle Leitlinien

In professionell erstellten Leitlinien wird in der Regel eine kurze Ausschleichphase von zwei bis vier Wochen empfohlen, die in der Regel durch eine Halbierung der Dosierung oder das vollständige Auslassen von Dosen erreicht wird. Rückmeldungen aus Betroffenengruppen zeigen, dass dieser Ratschlag oft zu Entzugssymptomen führen kann. Der Ratschlag einiger verschreibender Ärzt:innen, Dosen auszulassen, scheint nicht durch Beweise gestützt zu sein und wird in den „Hinweisen zum Absetzen” der Pharmahersteller nicht erwähnt.

Im September 2020 veröffentlichte das britische Royal College of Psychiatrists aktualisierte Leitlinien (deutsche Übersetzung) zum Absetzen von Antidepressiva. Einer der Autoren, Dr. Mark Horowitz, ist ein Forscher, der sich persönlich für Entzug und Ausschleichen interessiert. Diese Leitlinien weichen von den bisher verfügbaren fachlichen Leitlinien ab und sind ein nützliches Dokument für Gespräche mit verschreibenden Ärzt:innen.

Auszug aus: Antidepressive Discontinuation Syndrome: A Common but Underappreciated Clinical Problem. Mireille Rizkalla, PhD; Bryan Kowalkowski, OMS III; Walter C. Prozialeck, PhD (Übersetzung: Redaktion Mad in Deutschland)

In einem Artikel aus dem Jahr 2001 mit dem Titel „Steps Following Attainment of Remission: Discontinuation of Antidepressant Therapy” stellte Dr. Richard C. Shelton fest:

„Leider gibt es keine medikamentenspezifischen Strategien für das Absetzen von Antidepressiva. In den Verschreibungsinformationen für jedes Medikament fehlen in der Regel Empfehlungen zur Geschwindigkeit und Dauer der Ausschleichphase oder Kriterien für das Absetzen von Antidepressiva. Eine Auswertung der Literatur zu diesen Phänomenen zeigt jedoch, dass durchweg eine langsame Ausschleichphase empfohlen wird. Da die Behandlung mit Antidepressiva in der Regel über Monate bis Jahre hinweg fortgesetzt wird, sollte auch für die Ausschleichphase ausreichend Zeit vorgesehen werden, damit sie ihre Wirkung entfalten kann. Je nach Dosis, pharmakologischem Profil des Medikaments, Behandlungsdauer und Reaktion des Patienten können mehrere Monate erforderlich sein.“

Er gibt die folgenden empfohlenen Reduktionsraten an:

Entnommen aus: Schritte nach Erreichen der Remission: Absetzen der Antidepressiva-Therapie, Richard C. Shelton, M.D. (Übersetzung: Redaktion Mad in Deutschland)

*Es sei darauf hingewiesen, dass die Empfehlung, dass eine Ausschleichphase für Fluoxetin aufgrund seiner langen Halbwertszeit nicht erforderlich ist, zwar häufig gegeben wird, jedoch in einem Lancet-Artikel von David Taylor und Mark Horowitz in Frage gestellt wurde.

Im Jahr 2009 verglichen Tint, Haddad und Anderson eine dreitägige (kurze) mit einer 14-tägigen (längeren) Ausschleichphase vor dem Wechsel zu einem neuen Antidepressivum. Sie stellten fest, dass es kaum Unterschiede zwischen den Entwöhnungsphasen gab, wobei bei 46 % der Patient:innen Symptome auftraten, und zwar mit ähnlicher Häufigkeit bei denen mit kurzer (7/15) und längerer (6/13) Entwöhnungsphase. Sie berichteten, dass vier Patient:innen, die alle Paroxetin einnahmen, nach der Entwöhnung akute Suizidgedanken entwickelten. Sie kamen zu dem Schluss, dass eine zweiwöchige Entwöhnungsphase gegenüber einer dreitägigen Entwöhnungsphase beim Wechsel von Antidepressiva kaum Vorteile bietet.

In seiner 2019 in Lancet veröffentlichten Arbeit analysierte Mark Horowitz, ein Psychiater mit persönlicher Erfahrung, die Serotoninrezeptorbelegungsraten, um eine sogenannte „hyperbolische” Dosierungsreduktion zu bestimmen. Antidepressiva behalten auch bei sehr niedrigen Dosierungen einen Großteil ihrer Wirkstärke. Das hat zur Folge, dass Patient:innen die Dosis zu Beginn der Entwöhnung möglicherweise schneller reduzieren können, gegen Ende jedoch langsamer vorgehen und die Dosis sehr schrittweise reduzieren müssen. In seinem Artikel bezeichnet er dies als „stop slow as you go low” (je niedriger die Dosis, desto langsamer das Absetzen). In seinem Artikel stellte er fest, dass Studien zeigen, dass es kaum oder gar keinen Unterschied in der Schwere der Symptome zwischen einer Reduzierung über 14 Tage und einem abrupten Absetzen gibt.

In seiner Arbeit über Venlafaxin-Tapering-Streifen untersuchte Peter Groot die Erfahrungen von 895 Menschen, die Paroxetin (ein SSRI) oder Venlafaxin (ein SNRI) absetzen wollten. 97 % hatten zuvor bereits versucht, das Medikament abzusetzen, viele davon mehrfach und ohne Erfolg. In seiner Studie zu den Ergebnissen mit Tapering-Streifen waren 71 % erfolgreich und setzten das Medikament über einen Zeitraum von durchschnittlich 56 Tagen (zwischen 28 und 84 Tagen) ab. Die Teilnehmer der Studie hatten zwischen zwei und fünf Jahren lang ein Antidepressivum eingenommen.

Deutsche Leitlinien

Die deutsche S3 Leitlinie „Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression“ empfiehlt seit 2022, Antidepressiva über einen Zeitraum von mindestens 8 bis 12 Wochen auszuschleichen, sofern keine anderen Gründe dagegen sprechen (S. 79). Zudem raten sie, die Betreffenden bereits vor Beginn einer Antidepressiva-Medikation über die Möglichkeit von Absetzsymptomen und Rebound-Depressionen nach Beendigung einer solchen Medikation aufzuklären (S. 80).

Von Anwender:innen erstellte Leitfäden

In vielen Laiengemeinschaften wird häufig empfohlen, die Dosis um nicht mehr als 10 % pro Monat zu reduzieren (manchmal wird eine Reduzierung um 5 % alle zwei Wochen empfohlen). Diese Reduzierung erfolgt auf der Grundlage der vorherigen Dosierung. Eine Person, die beispielsweise 20 mg einnimmt, würde zunächst die Dosis um 2 mg auf 18 mg reduzieren. Die nächste Reduzierung würde dann 10 % von 18 mg betragen, also 1,8 mg, was einer Dosierung von 16,2 mg entspricht. Die nächste Reduzierung würde dann 10 % von 16,2 mg betragen und so weiter. Auch die Dauer der Einnahme muss berücksichtigt werden. Eine Person kann die Dosis über viele Jahre hinweg reduzieren, aber dadurch erhöht sich die Einnahmedauer des Medikaments während dieses Reduzierungsprozesses. Eine schnellere Reduzierung würde diese Einnahmedauer begrenzen. Es gilt, ein Gleichgewicht zu finden zwischen einer ausreichend langsamen Dosisreduktion, um Entzugssymptome zu minimieren, und einer ausreichend zügigen Reduktion, um die Gesamtdauer der Medikamenteneinnahme zu begrenzen.

Vergleich der Zeit, die für den Entzug von 20 mg Citalopram benötigt wird. (Übersetzung: Redaktion Mad in Deutschland)
Vergleich der Zeit, die für den Entzug von 20 mg Citalopram benötigt wird. (Übersetzung: Redaktion Mad in Deutschland)

Dauer der Reduzierung

Die meisten aktuellen Studien sind sich einig, dass die Dosierung nicht täglich reduziert werden sollte, sondern schrittweise, mit einer Pause zwischen den einzelnen Reduzierungen. Die meisten Leitlinien, die auf Expertise aus Erfahrung basieren, empfehlen, eine Reduzierung von 10 % alle vier Wochen nicht zu überschreiten. Eine Reduzierung auf diese Weise kann schwierig sein, da sie das Teilen von Tabletten erfordern kann, was ungenaue Dosierungen zur Folge haben kann. Außerdem kann dies zu extrem langen Entwöhnungsphasen führen. Diese langsame Entwöhnungsroutine mag für manche Menschen notwendig sein, aber nicht für alle.

Reduzierungen mit Hilfe von niederländischen Tapering Strips können in der Regel alle drei bis vier Tage vorgenommen. Die Tapering Strips ermöglichen auch eine genaue Dosismessung. Derzeit gibt es keinen anerkannten Standard oder evidenzbasierten Zeitraum für den Entzug von Psychopharmaka. Angesichts der vielen Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, würde ein solcher Standard wahrscheinlich für manche Menschen zu Schwierigkeiten führen.

Der Entzug verläuft ebenfalls in Wellen. Es handelt sich nicht um eine feste oder lineare Erfahrung. Einige berichten, dass sie kaum Schwierigkeiten beim Absetzen der Medikamente hatten, jedoch möglicherweise viele Wochen oder Monate später Symptome verspüren. Andere berichten, dass die Entzugssymptome während der Dosierungsreduktion ein ständiges Problem waren, aber nach dem Absetzen der Medikamente deutlich nachließen. Ebenso berichten einige Menschen von Symptomen sowohl während als auch nach dem Absetzen, wobei eine Gruppe von Menschen nie das Gefühl hat, sich vollständig erholt zu haben.

Besondere Überlegungen

Eine Akathisie ist sowohl während des Entzugs als auch für einige Zeit danach wichtig zu beobachten. Sie wird beschrieben als ein intensiver Bewegungsdrang, der innerlich empfunden werden kann, ohne dass ein Beobachter eine Bewegung sieht, oder äußerlich, wobei ein Beobachter eine Bewegung oder Unruhe sieht. Akathisie tritt häufiger im Zusammenhang mit dem Absetzen von Antipsychotika auf, kann aber auch mit dem Absetzen von Antidepressiva in Verbindung gebracht werden. Es gibt Hinweise darauf, dass ein schneller Entzug eher zu Akathisie führt, aber bei manchen Menschen kann sie auch nach einer sorgfältig gesteuerten schrittweisen Reduzierung auftreten. Weitere Informationen zur Akathisie finden Sie hier.

Postakutes Entzugssyndrom (PAWS) ist die Bezeichnung für anhaltende Symptome, die noch lange nach Absetzen des Medikaments bestehen bleiben. Aufgrund mangelnder Forschung und Uneinigkeit über eine geeignete Definition ist PAWS nicht aufgeführt im US-amerikanischen Diagnostic and Statistical Manual of Psychiatric Disorders (DSM, Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen). Es wird auch von den meisten medizinischen Vereinigungen nicht anerkannt. Das Konzept von PAWS wurde jedoch von Drogen- und Alkoholentzugseinrichtungen übernommen. Es wird angenommen, dass solche lang anhaltenden Symptome, die Monate oder sogar länger andauern können, darauf zurückzuführen sind, dass die Einnahme des Medikaments die Physiologie des Gehirns verändert (z. B. durch Erhöhung oder Verringerung der Dichte der Neurotransmitter-Rezeptoren) und es eine längere Zeit dauern kann, bis sich diese Physiologie des Gehirns wieder normalisiert hat.

Sechswöchige „Detox“-Programme („Entgiftungsprogramme”): Diese Programme können (müssen aber nicht) für den Entzug von Straßen Drogen sinnvoll sein, sind jedoch wahrscheinlich für den Entzug von Psychopharmaka ungeeignet, da jedes Entzugsprogramm individuell angepasst werden muss und die Entwöhnungsgeschwindigkeit entsprechend den individuellen Entzugserfahrungen angepasst werden muss.

Zusammenfassung

Die folgende Zusammenfassung der Entzugsprotokolle für Antidepressiva stammt von James Moore, dem Direktor von MIA Radio. Er ist auch der Schöpfer des Podcasts „Let’s Talk Withdrawal”.

Es gibt keine „Einheitslösung“ für den Entzug von Psychopharmaka, weder hinsichtlich der Dosierungsreduktion noch hinsichtlich der Zeitspanne zwischen den Dosierungsreduktionen. Manche Menschen können schneller reduzieren als andere und leiden nur sehr wenig unter Entzugssymptomen. Andere können nur sehr langsam und schrittweise reduzieren und leiden noch lange nach dem Absetzen unter Symptomen. Eine kleine Anzahl von Menschen hat möglicherweise das Gefühl, nie wieder vollständig zu ihrem Zustand vor der Einnahme zurückzufinden. Viele Menschen wissen erst, wie sie den Entzug erleben werden, wenn sie mit der ersten Reduzierung beginnen und dann über diese Erfahrung reflektieren.

Eine Person, die einen Entzug in Betracht zieht, möchte möglicherweise die Dauer der Medikamenteneinnahme mit der Geschwindigkeit des Absetzen abwägen und eine Reduzierung wählen, die die Entzugssymptome minimiert, aber auch in kürzester Zeit zum Absetzen führt. Wenn möglich, sollte man die genaueste und einfachste Methode zur Dosierungsreduktion wählen. Es gibt keinen Grund, die Dosis jedes Mal gleichmäßig zu reduzieren. Es kann vorteilhaft sein, die Dosis zunächst in größeren Schritten zu reduzieren und gegen Ende langsamer vorzugehen (hyperbolische Reduzierung). Dies begrenzt die Expositionszeit, berücksichtigt aber auch die Notwendigkeit, in den späteren Phasen langsam vorzugehen.

Das Ziel der Dosierungsreduktion ist es, den Körper zu zwingen, sich an den Entzug des Medikaments anzupassen oder die durch das Medikament hervorgerufenen Kompensationen rückgängig zu machen. Erfolgt dieser Prozess zu schnell, kann der Entzug unaushaltbar sein; dennoch ist das Anstoßen der Readaptation ein notwendiger Bestandteil der Heilung.

Wichtige Artikel und Referenzen

Hengartner, M. P. & Rennwald, A. (2025). Entzugsreaktionen beim Absetzen von Antidepressiva. Eine kritische Übersichtsarbeit. Psychotherapeutenjournal, 24 (2), 118–125. https://doi.org/10.61062/ptj202502.002

Davies J, Read J. A systematic review into the incidence, severity and duration of antidepressant withdrawal effects: are guidelines evidence-based? Addict Behav. 2019;97:111-121. doi:10.1016/j. addbeh.2018.08.027

Groot PC, van Os J. Antidepressant tapering strips to help people come off medication more safely. Psychosis 2018; 10: 142–45.

Hengartner MP, Davies J, Read J. How long does antidepressant withdrawal typically last? Am J Psychiatry. 2019;176(6):487.

Horowitz MA, Taylor D, Tapering of SSRI treatment to mitigate withdrawal symptoms. Lancet Psychiatry. 2019; 6: 538-546. https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(19)30032-X/fulltext

Framer, A. (2021). What I have learnt from helping thousands of people taper off antidepressants and other psychotropic medications. Therapeutic Advances in Psychopharmacology, 11, 2045125321991274. https://doi.org/10.1177/2045125321991274

Alicja Lerner, Michael Klein, Dependence, withdrawal and rebound of CNS drugs: an update and regulatory considerations for new drugs development, Brain Communications, Volume 1, Issue 1, 2019, fcz025, https://doi.org/10.1093/braincomms/fcz025

Rizkalla M, Kowalkowski B, Prozialeck WC. Antidepressant Discontinuation Syndrome: A Common but Underappreciated Clinical Problem. J Am Osteopath Assoc 2020;120(3):174–178. doi: https://doi.org/10.7556/jaoa.2020.030

Shelton RC. Steps Following Attainment of Remission: Discontinuation of Antidepressant Therapy. Prim Care Companion J Clin Psychiatry. 2001;3(4):168–174. doi:10.4088/pcc.v03n0404

Tint, A., Haddad, P. M., & Anderson, I. M. (2008). The effect of rate of antidepressant tapering on the incidence of discontinuation symptoms: a randomised study. Journal of Psychopharmacology, 22(3), 330–332. https://doi.org/10.1177/0269881107081550

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression – Langfassung, Version 3.2. 2022. DOI: 10.6101/AZQ/000505.

The Maudsley Prescribing Guidelines 2001; 6th Ed, p64 – 65

Recherche zusammengestellt von James Moore

Copyright Madinamerica.com