Online-Veranstaltung

Mad in Deutschland (MiD) lädt unter dem Veranstaltungsformat MiDeinander zu 60-minütigen Online-Treffen ein. In diesen beleuchten wir diverse Perspektiven auf die Psychiatrie: von persönlichen Erfahrungsberichten bis hin zu (erfahrungs-)wissenschaftlichen Ansätzen.

Gemäß unseres Leitbilds möchten wir das biomedizinische Modell der Psychiatrie in Frage stellen und uns über menschenrechtsbasierte Alternativen sowie die Erprobung neuer, betroffenenorientierter Unterstützungsformen unterhalten. Nach einem Impulsvortrag öffnet sich die Runde für einen gemeinsamen, offenen Austausch.

MiDeinander möchte einen Raum aufmachen, der Menschen vernetzt und ein respektvolles Miteinander schafft. Wir bieten allen eine Plattform, um gemeinsam über den Tellerrand hinauszuschauen.

Die Teilnahme ist kostenlos.

3. Veranstaltung MiDeinander

Ingrid E. Johnson berichtet von ihren Erfahrungen mit psychiatrischem Zwang in New York City und wie diese ihr Verständnis von Hilfe, Menschenrechten und Selbstbestimmung nachhaltig verändert haben. Nach vielen Jahren begann sie, ihre Erfahrungen jenseits psychiatrischer Diagnosen neu zu verstehen und ihre eigene Geschichte zurückzugewinnen.

Daraus entstand für sie eine Frage: Wenn wir Erfahrungen anders verstehen und Unterstützung anders gestalten können – wie könnten dann Gemeinschaften aussehen, die gar nicht erst um Diagnosen organisiert sind?

Aus dieser Frage entstand RECASAS – eine gemeinnützige Initiative, die Räume für Menschen mit belastenden Lebens- oder Gewalterfahrungen schafft. Die Gemeinschaft steht allen Menschen offen, denn belastende Lebenserfahrungen gehören zum Menschsein. Dort begegnen sich Menschen über gemeinsame Interessen, Vorhaben und kulturelle Projekte. Derzeit geschieht dies vor allem in Lese- und Schreibgruppen. Langfristig verfolgt RECASAS die Vision einer eigenen Kulturstätte: eines Ortes, an dem Menschen gemeinsam Theaterstücke, Filme, Musik- und Kunstprojekte entwickeln oder zusammen kochen und sich je nach Interesse an unterschiedlichen kulturellen Projekten beteiligen können.

Der Vortrag verbindet persönliche Erfahrungen mit Perspektiven der Mad Studies und der Soziologie. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Räume entstehen können, in denen Menschen nicht in erster Linie als Patient:innen oder Diagnoseträger:innen zusammenkommen, sondern sich durch gemeinsames Lernen und kulturelles Schaffen verbinden.

Vergangene Veranstaltungen

Die Auftaktveranstaltung unserer Reihe MiDeinander fand am 28.04.2026 statt. Carina Thewald berichtete über ihre persönliche Hölle der Akathisie und ihren Kampf mit den Auswirkungen des Psychopharmaka-Entzugs aus gelebter Erfahrung und wissenschaftlicher Perspektive heraus. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet. Wer Interesse an der Aufzeichnung hat, kann uns gerne eine E-Mail an [email protected] schicken.

Die zweite Veranstaltung unserer Reihe MiDeinander fand am 30.06.2026 statt. An diesem Online-Abend von MiDeinander berichteten vier Praktizierende aus ihrem Alltag mit Offenem Dialog – sowohl innerhalb klinischer Strukturen als auch darüber hinaus. In Kürze werden wir einen Blogbeitrag zu dieser Veranstaltung veröffentlichen.