Suizide nehmen zu – ebenso wie die Verschreibungen von Antidepressiva

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[anmerkung_redaktion]

Die Suizidraten sind in den USA und im Durchschnitt der Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von Mitte der 1980er Jahre bis zum neuen Jahrtausend stetig gesunken.1 In Europa gingen die Suizidraten in den meisten Ländern bis etwa 2007 zurück.2 Parallel zu diesem Rückgang stiegen die Verschreibungen von SSRIs, der neuen Generation von „Antidepressiva“, kontinuierlich an. Dies führte zu zahlreichen Veröffentlichungen, in denen argumentiert wurde, dass die negative Korrelation zwischen den Verschreibungsraten von Antidepressiva und den Suizidraten ein Beweis dafür sei, dass Antidepressiva wahrscheinlich zur Verringerung von Suiziden beitragen, da sie die Symptome von Depressionen, einem der Hauptrisikofaktoren für Suizid, lindern können.

Die Autor:innen dieser Arbeiten hatten häufig finanzielle oder sonstige Verbindungen zur Pharmaindustrie (z. B. Ulrich Hegerl, Göran Isacsson, John Mann, Zoltan Rihmer). Im Jahr 2004 traf eine Art Schockwelle die Mainstream-Psychiatrie, als die Amerikanische Arzneimittelbehörde FDA eine Black-Box-Warnung (Anm. d. Redaktion: gerahmte Warnung im Beipackzettel eines Medikaments) zum erhöhten Suizidrisiko bei Antidepressiva-Verschreibungen an Kinder und Jugendliche ausstellte. Wenig später veröffentlichten Robert Gibbons und andere eine inzwischen weithin zitierte Arbeit, die auf Daten aus den Jahren 2003 bis 2005 beruhte, und in der sie berichteten, dass die Black-Box-Warnung zu einem Rückgang der Verschreibung von Antidepressiva führte, was wiederum mit einem Anstieg der Suizide unter jungen Menschen einherging.3 Obwohl der Artikel in der renommierten Fachzeitschrift American Journal of Psychiatry veröffentlicht wurde, erwiesen sich die statistische Analyse und die damit verbundenen Schlussfolgerungen von Gibbons schnell als irreführend und falsch; bei korrekter Auswertung gab es schlicht keinen Anstieg der Suizide im Zusammenhang mit dem Rückgang der Verschreibungen von Antidepressiva (siehe Jureidini, 20074 und Stone, 20145; siehe auch Bericht von Robert Whitaker).

Ab dem Jahr 2000 begannen die Suizidraten in den USA wieder anzusteigen (bei Jugendlichen erst um 2007). In den meisten europäischen Ländern gingen die Suizidraten nicht mehr zurück oder stiegen ab etwa 2007 sogar wieder an. Die Verschreibungsraten von Antidepressiva stiegen jedoch seit Mitte der 1980er Jahre bis heute kontinuierlich an. Infolgedessen ist der Zusammenhang zwischen höheren Antidepressiva-Raten und niedrigeren Suizidraten mit jedem Jahr schwächer geworden. Noch schlimmer für die Mainstream-Psychiatrie ist, dass die steigenden Antidepressiva-Raten in den letzten 10 Jahren mit tendenziell steigenden Suizidraten einhergehen.

Doch während dies geschah, herrschte unserer Meinung nach ein seltsames Schweigen. Es fehlt an aktuellen Forschungsergebnissen über den Trend zur Zunahme der Suizidrate bei steigender Verschreibungsrate von Antidepressiva. Und wie sieht es mit Forschungsberichten über die langfristigen Folgen der FDA-Black-Box-Warnungen aus? Zwei Arbeiten wiesen darauf hin, dass die Suizidraten infolge der Black-Box-Warnungen in den Vereinigten Staaten und in Kanada nicht gestiegen sind (Rhodes, Skinner, McFaull, & Katz, 20136 und Stone, 20145), aber auch diese Arbeiten wurden in der Psychiatrie „zum Schweigen gebracht“, da sie viel weniger zitiert wurden (11 bzw. 72 mal) als die Arbeit von Gibbons et al., die 751 mal zitiert wurde (Zitierhäufigkeit bewertet über Google Scholar am 12. November 2025).

Andere Versuche, zu zeigen, dass die FDA-Warnungen zu mehr Suiziden führten (Lu et al., 2014,7 zitiert 257 mal), wurden ebenfalls als irreführend entlarvt (siehe Kommentare zum Lu-Artikel und Philip Hickeys Blog „Suicidal Behavior After FDA Warnings„).

Dieses Schweigen über die parallel steigenden Suizid- und Antidepressiva-Raten und das Missachten von Studien, welche die angeblich schädlichen Auswirkungen der FDA-Warnungen widerlegten, wurde durch mindestens zwei bemerkenswerte Vorfälle unterbrochen, die eine tief verwurzelte Form der „Beweisresistenz“ belegen. Erstens behauptete Robert Gibbons einfach weiter, dass die Black-Box-Warnung zu einem Anstieg der Suizide geführt habe  (LA Times, Feb. 06/2012). Zweitens veröffentlichte eine Forschergruppe um Zoltan Rihmer 2015 eine Arbeit über Suizidtrends und Antidepressiva-Verschreibungsraten in Ungarn, verwendete aber nur Daten bis 2006 und schloss die nachfolgende Zeitspanne aus, als die Suizidraten wieder anstiegen (Otuyelu et al., 20158). Auf diese Weise konnten sie natürlich nachweisen, dass ein Anstieg der Verschreibungen von Antidepressiva mit einem Rückgang der Suizidraten einherging. Kein Wort über den begrenzten Zeitrahmen oder den Anstieg der Suizide in den letzten Jahren im Abschnitt „Einschränkungen“ der Studie. Sie behaupteten sogar, ihre Ergebnisse seien ein indirekter Beweis für die schädlichen Auswirkungen der FDA-Warnungen (natürlich unter Berufung auf die entlarvte Studie von Gibbons et al. aus dem Jahr 2007). Da es in Ungarn keine entsprechende Warnung gegeben habe, seien die Verschreibungen von Antidepressiva bei jungen Menschen weiter gestiegen, während die Suizide weiter zurückgegangen seien. Otuyelu zitierte auch eine andere Arbeit, die die schädlichen Auswirkungen der Black-Box-Warnung vorgeblich „bewies“ (Katz et al., 20089), obwohl damals gegenteilige Belege vorlagen (Rhodes et al., 20136).

All dies ist der Hintergrund für unsere jüngsten Untersuchungen (Anm. d. Redaktion: Text stammt von 2018) zu diesem Thema. Als wir vor Kurzem auf eine neu veröffentlichte Arbeit im Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry aufmerksam wurden, in der Trends der Suizidalität und der Inanspruchnahme psychischer Gesundheitsleistungen bei jungen Menschen in den USA analysiert wurden, fragten wir uns, warum die Autor:innen nicht auch die Ergebnisse für die Verschreibungsraten einbezogen, obwohl diese Daten verfügbar waren.10 Da die Daten öffentlich zugänglich waren, konnten wir den Zusammenhang zwischen der Suizidversuchsrate und den Arzneimittelverschreibungen für affektive Störungen (höchstwahrscheinlich überwiegend Antidepressiva) unter Jugendlichen für die Jahre 2004 bis 2016 untersuchen.

Unsere Analyse wurde vom Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry und vom JAMA Psychiatry zur Veröffentlichung abgelehnt. Wir konnten die Arbeit schließlich aber in Epidemiology and Psychiatric Sciences veröffentlichen (Plöderl & Hengartner, 201811).

Leider konnten die Variablen für die Jahre vor 2004 nicht mit späteren Jahren verglichen werden, aber mit den verfügbaren Daten konnten wir dennoch Veränderungen in der Verschreibungsrate und den Suizidversuchsraten nach der FDA-Warnung untersuchen. Die Daten basieren auf dem jährlichen National Survey on Drug Use and Health, einer landesweit repräsentativen Erhebung unter der US-Bevölkerung. Die Depressivität im vergangenen Jahr wurde anhand eines strukturierten Interviews ermittelt, und die Teilnehmer wurden gefragt, ob sie im vergangenen Jahr Medikamente gegen ihre Stimmungsprobleme eingenommen hatten. Dies wurde als Indikator für die Einnahme von Antidepressiva verwendet. Frühere Suizidversuche wurden ebenfalls erfasst. Die Variable „Suizidversuch“ schien ein valider Indikator für das Suizidrisiko im vergangenen Jahr zu sein, da sie stark mit den jährlichen Suizidraten der gleichen Altersgruppe korrelierte (r = 0,75, p < 0,05).

Unsere Analyse ergab, dass die Verschreibungsraten, die Suizidversuche und die Suizide in den Jahren nach der FDA-Warnung im Jahr 2004 zurückgingen, in den letzten Jahren jedoch wieder anstiegen. Dies wird auch durch hohe und statistisch signifikante Korrelationskoeffizienten bestätigt. Dies steht natürlich im Widerspruch zu der Annahme, dass die FDA-Warnung zu einem Anstieg der Suizidalität geführt habe. Im Gegenteil, wenn überhaupt, so scheint es, dass weniger Verschreibungen zu einem kurzfristigen Rückgang der Suizidalität führten (von kausalen Schlussfolgerungen raten wir bei diesen korrelativen Befunden jedoch ab). Dies deutet auch darauf hin, dass die FDA-Warnung keine dauerhafte Wirkung hatte, da die Verschreibungen an Jugendliche kurz darauf wieder anstiegen.

Die gängige Interpretation der Mainstream-Psychiatrie lautet, dass es sich bei unseren Ergebnissen um ein Artefakt handelt: Junge Menschen, die einen Suizidversuch unternehmen, sind eher in psychiatrischer Behandlung, und dies führt zu dem gefundenen Zusammenhang. Diese Erklärung passt jedoch nicht zu der Tatsache, dass unsere Ergebnisse sowohl für Jugendliche mit als auch ohne Diagnose einer klinischen Depression gelten. Personen ohne klinische Depression sind selten suizidgefährdet; daher lässt sich bei diesen Jugendlichen die starke Korrelation zwischen Suizidversuchen und Antidepressiva-Verschreibungen kaum allein durch die Diagnose erklären. Außerdem stiegen die Verschreibungsraten für Antidepressiva bereits vor den Suizidversuchsraten, wie eine statistische Technik namens Changepoint-Analyse zeigt.

Angesichts der Einschränkungen unserer Studie ist es wichtig, nach Replikationen zu suchen. Unsere Ergebnisse ähneln denen einer Studie von Gupta, Gersing, Erkanli & Burt (2016).12 Anhand von Patientendaten aus psychiatrischen Einrichtungen fanden Gupta et al. heraus, dass die Verschreibungen von Antidepressiva in der Zeit vor der Black-Box-Warnung (2000-2003) im Vergleich zur Zeit danach (2004-2009) von 79 auf 60 % zurückgingen. Auch das relative Risiko für Suizidalität ging deutlich zurück, und zwar um etwa 60-70 %.

Bemerkenswert ist, dass das relative Risiko für Totschlag und andere gewalttätige Ereignisse ebenfalls um 60-70 % gesunken ist. Diese Ergebnisse entsprechen genau dem, was die Ergebnisse randomisierter kontrollierter klinischer Studien vorhersagen würden. In diesen Studien wiesen junge Menschen, die Antidepressiva einnahmen, höhere Raten von Suizidalität und Gewalt auf als diejenigen, die ein Placebo einnahmen (d. h. ein Scheinmedikament ohne Wirkung).

Wie bei allen korrelativen Daten muss auch bei unseren Studienergebnissen darauf hingewiesen werden, dass sich daraus keine Kausalität ableiten lässt, und es gibt weitere stichhaltige Argumente, warum solche Daten mit Vorsicht zu interpretieren sind. Wie bereits erwähnt, stehen unsere Ergebnisse jedoch im Einklang mit denen aus randomisierten kontrollierten Studien, in denen junge Menschen, die Antidepressiva einnehmen, tatsächlich höhere Raten von Suizidversuchen und anderen Formen der Suizidalität aufwiesen (Healy, Le Noury, & Jureidini, 2018;13 Sharma et al., 2016;14 Stone et al., 200915). Zusammengenommen deuten diese Daten stark darauf hin, dass Antidepressiva suizidales und aggressives Verhalten eher auslösen als verhindern.

Beunruhigend zeigen unsere und andere Studien, dass die Black-Box-Warnung in vielen Ländern inzwischen ignoriert wird, da die Verschreibungsraten von Antidepressiva für Kinder und Jugendliche wieder deutlich steigen (Bachmann et al., 2016;16 Otuyelu et al., 20158). Dieser Anstieg erfolgt trotz der zunehmenden Gewissheit, dass Antidepressiva bei jungen Menschen eher unwirksam sind und in seltenen Fällen suizidales Verhalten auslösen können.

Es scheint, dass die derzeitige Strategie der Mainstream-Psychiatrie im Umgang mit der problematischen Evidenzbasis darin besteht, Fluoxetin zu empfehlen, weil es als das wirksamste Medikament ohne Anstieg der Suizidalität berichtet wurde (Brent, Gibbons, Wilkinson, & Dubicka, 2018;17 Cipriani et al., 201618). Auch hier werden Probleme mit den Methoden dieser Studien und die Überzahl an suizidalen Ereignissen unter Fluoxetin, im Vergleich zu Placebo, weiterhin ignoriert. Wie bei anderen Berichten, die der Verschreibung von Antidepressiva kritisch gegenüberstehen, werden diese unbequemen Befunde nicht angemessen gewürdigt. Infolgedessen wird die Mainstream-Psychiatrie weiterhin behaupten, dass Antidepressiva das Suizidrisiko wirksam verringern, obwohl es aussagekräftige Beweise für das Gegenteil gibt.

Nachtrag Juli 2025 von Michael P. Hengartner: 

Wir haben seither eine Reihe weiterer Studien zu diesem Thema publiziert, welche ich abschließend kurz zusammenfassen möchte:

In einer Studie widerlegten wir beruhend auf langzeitlichen nationalen Suizidstatistiken die Behauptung einer abnehmenden Suizidrate bei steigenden Antidepressiva-Verschreibungen in mehreren europäischen Ländern (Amendola et al., 202119). Wir konnten in einem unabhängigen Datensatz auch den Befund replizieren, dass in den USA seit ca. 2006 sowohl die Antidepressiva-Verschreibungsraten als auch die Suizidraten ansteigen und dass über die Zeitspanne von 1990 bis 2020 die Raten von Antidepressiva-Verschreibungen und Suiziden positiv korrelieren, und nicht negativ, wie in verschiedenen Artikeln behauptet (Amendola et al., 202420). In einer weiteren Studie widerlegten wir nochmals die weitverbreitete Annahme, dass die FDA Block-Box-Warnung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einer Zunahme der Suizidraten geführt habe (Plöderl & Hengartner, 202321).

Zudem fanden wir in einer systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von longitudinalen Beobachtungsstudien keinen Hinweis für eine Reduktion des Suizidrisikos unter Antidepressiva-Einnahme, sondern tendenziell eher eine höhere Rate von Suizidversuchen im Vergleich zu Kontrollbedingungen ohne Antidepressiva-Einnahme (Hengartner et al., 202122). Wie wir in einer nachfolgenden Arbeit ausführten, wurde der schädliche Effekt noch stärker, wenn die Publikationsverzerrung statistisch berücksichtigt wurde oder wenn nur Studien von Autor:innen ohne finanzielle Verbindungen zur Pharmaindustrie einbezogen wurden (Plöderl et al., 202323). Diese Befunde aus den Beobachtungsstudien decken sich mit unseren Analysen der klinischen Studien in der FDA-Datenbank, welche aufzeigten, dass die Raten von Suiziden und Suizidversuchen unter Antidepressiva höher waren als unter Placebo (Hengartner & Plöderl, 2019a24; Hengartner & Plöderl, 2019b25; Plöderl et al., 202026). 

Ergänzung November 2025 von Martin Plöderl:

Außerdem erschien 2021 eine wichtige Überblicksarbeit zu Antidepressiva in der Behandlung der Depression bei Kindern und Jugendlichen unter der Schirmherrschaft des renommierten Cochrane Institutes (Hetrick et al., 202127). Auch dieses Review fand eine höhere Rate an Suizidversuchen mit SSRIs im Vergleich zu Placebo. Außerdem war die Wirksamkeit aller untersuchten Antidepressiva unter der Schwelle der klinischen Bedeutsamkeit. Überraschend war, dass dies nun auch mit Sicherheit für Fluoxetin zutraf. Bisher wurde dieser Befund in Leitlinien ignoriert, d. h. Fluoxetin wird nach wie vor als Antidepressivum der ersten Wahl empfohlen. Wir haben darüber und über mögliche Ursachen der plötzlich verschwundenen Wirksamkeit von Fluoxetin publiziert (Plöderl et al., 202528). 

Zu erwähnen ist auch, dass sich die Debatte über den Nutzen oder Schaden von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen mit der „Make America Healthy Again“ (MAHA) Initiative wieder angeheizt hat. Der MAHA-Bericht diskutiert die Überverschreibung von Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen ebenso wie die Risiken, inklusive Suizidalität. Bei aller berechtigter Kritik an Gesundheitsminister Kennedy scheint es so zu sein, dass hochrangige Vertreter:innen der Psychiatrie zum Teil mit mindestens genau so viel Angstmacherei reagierten, wie sie dies der MAHA Initiative unterstellen. Dazu wurden wiederum unsachlich und einseitig Studien zur schädlichen Wirkung der Black-Box-Warnung herangezogen und gewarnt, dass Kritik an Antidepressiva zu einer (neuerlichen) Erhöhung der Suizidraten führen würde. Zudem wurde die Evidenz sehr verzerrt wiedergegeben (siehe dieser MIA-Beitrag). 

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Quellen:

  1. Ludwig, J., & Marcotte, D. E. (2005). Anti-depressants, suicide, and drug regulation. J Policy Anal Manage, 24(2), 249–272. https://doi.org/10.1002/pam.20089
  2. Fountoulakis, K. N., Kawohl, W., Theodorakis, P. N., Kerkhof, A. J. F. M., Navickas, A., Höschl, C., … Lopez-Ibor, J. (2014). Relationship of suicide rates to economic variables in Europe: 2000–2011. British Journal of Psychiatry, 205(06), 486–496. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.114.147454
  3. Brent, D. A., Gibbons, R. D., Wilkinson, P., & Dubicka, B. (2018). Antidepressants in paediatric depression: do not look back in anger but around in awareness. BJPsych Bulletin, 42(01), 1–4. https://doi.org/10.1192/bjb.2017.2
  4. Jureidini, J. (2007). The black box warning: decreased prescriptions and increased youth suicide? American Journal of Psychiatry, 164(12), 1907–1907. ↩
  5. Stone, M. B. (2014). The FDA Warning on Antidepressants and Suicidality — Why the Controversy? New England Journal of Medicine, 371(18), 1668–1671. https://doi.org/10.1056/NEJMp1411138
  6. Rhodes, A. E., Skinner, R., McFaull, S., & Katz, L. Y. (2013). Canada-Wide Effect of Regulatory Warnings on Antidepressant Prescribing and Suicide Rates in Boys and Girls. The Canadian Journal of Psychiatry, 58(11), 640–645. https://doi.org/10.1177/070674371305801110
  7. Lu, C. Y., Zhang, F., Lakoma, M. D., Madden, J. M., Rusinak, D., Penfold, R. B., … Soumerai, S. B. (2014). Changes in antidepressant use by young people and suicidal behavior after FDA warnings and media coverage: quasi-experimental study. BMJ, 348(jun18 24), g3596–g3596. https://doi.org/10.1136/bmj.g3596
  8.  Otuyelu, E., Foldvari, A., Szabo, E., Sipos, V., Edafiogho, P., Szucs, M., … Sandor, J. (2015). Antidepressant drugs and teenage suicide in Hungary: Time trend and seasonality analysis. International Journal of Psychiatry in Clinical Practice, 19(3), 221–225. https://doi.org/10.3109/13651501.2015.1061017
  9. Katz, L. Y., Kozyrskyj, A. L., Prior, H. J., Enns, M. W., Cox, B. J., & Sareen, J. (2008). Effect of regulatory warnings on antidepressant prescription rates, use of health services and outcomes among children, adolescents and young adults. Canadian Medical Association Journal, 178(8), 1005–1011. https://doi.org/10.1503/cmaj.071265
  10. Han, B., Compton, W. M., Blanco, C., Colpe, L., Huang, L., & McKeon, R. (2018). National Trends in the Prevalence of Suicidal Ideation and Behavior Among Young Adults and Receipt of Mental Health Care Among Suicidal Young Adults. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, 57(1), 20-27.e2. https://doi.org/10.1016/j.jaac.2017.10.013
  11. Plöderl, M., & Hengartner, M. P. (2018). Antidepressant prescription rates and suicide attempt rates from 2004 to 2016 in a nationally representative sample of adolescents in the USA. Epidemiology and Psychiatric Sciences, 1–3. https://doi.org/10.1017/S2045796018000136
  12. Gupta, S., Gersing, K. R., Erkanli, A., & Burt, T. (2016). Antidepressant Regulatory Warnings, Prescription Patterns, Suicidality and Other Aggressive Behaviors in Major Depressive Disorder and Anxiety Disorders. Psychiatric Quarterly, 87(2), 329–342. https://doi.org/10.1007/s11126-015-9389-8
  13. Healy, D., Le Noury, J., & Jureidini, J. (2018). Paediatric antidepressants: Benefits and risks. International Journal of Risk & Safety in Medicine, 1–7. https://doi.org/10.3233/JRS-180746
  14. Sharma, T., Guski, L. S., Freund, N., & Gøtzsche, P. C. (2016). Suicidality and aggression during antidepressant treatment: systematic review and meta-analyses based on clinical study reports. BMJ, i65. https://doi.org/10.1136/bmj.i65
  15. Stone, M. B., Laughren, T., Jones, M. L., Levenson, M., Holland, P. C., Hughes, A., … Rochester, G. (2009). Risk of suicidality in clinical trials of antidepressants in adults: analysis of proprietary data submitted to US Food and Drug Administration. BMJ, 339, 1–10. ↩
  16. Bachmann, C. J., Aagaard, L., Burcu, M., Glaeske, G., Kalverdijk, L. J., Petersen, I., … Hoffmann, F. (2016). Trends and patterns of antidepressant use in children and adolescents from five western countries, 2005–2012. European Neuropsychopharmacology, 26(3), 411–419. ↩
  17.  Brent, D. A., Gibbons, R. D., Wilkinson, P., & Dubicka, B. (2018). Antidepressants in paediatric depression: do not look back in anger but around in awareness. BJPsych Bulletin, 42(01), 1–4. https://doi.org/10.1192/bjb.2017.2
  18. Cipriani, A., Zhou, X., Del Giovane, C., Hetrick, S. E., Qin, B., Whittington, C., … Xie, P. (2016). Comparative efficacy and tolerability of antidepressants for major depressive disorder in children and adolescents: a network meta-analysis. The Lancet, 388(10047), 881–890. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(16)30385-3
  19. Amendola, S., Plöderl, M., & Hengartner, M. P. (2021). Did the introduction and increased prescribing of antidepressants lead to changes in long-term trends of suicide rates? European Journal of Public Health, 31(2), 291–297. https://doi.org/10.1093/eurpub/ckaa204 
  20. Amendola, S., Plöderl, M., & Hengartner, M. P. (2024). Suicide Rates and Prescription of Antidepressants. Crisis, 45(3), 225–233. https://doi.org/10.1027/0227-5910/a000941 
  21. Plöderl, M., & Hengartner, M. P. (2023). Effect of the FDA Black Box Suicidality Warnings for Antidepressants on Suicide Rates in the USA: Signal or Noise? Crisis, 44(2), 128–134. https://doi.org/10.1027/0227-5910/a000843 
  22. Hengartner, M. P., Amendola, S., Kaminski, J. A., Kindler, S., Bschor, T., & Plöderl, M. (2021). Suicide risk with selective serotonin reuptake inhibitors and other new-generation antidepressants in adults: A systematic review and meta-analysis of observational studies. Journal of Epidemiology and Community Health, jech-2020-214611. https://doi.org/10.1136/jech-2020-214611 
  23. Plöderl, M., Amendola, S., & Hengartner, M. P. (2023). Observational studies of antidepressant use and suicide risk are selectively published in psychiatric journals. Journal of Clinical Epidemiology, 162, 10–18. https://doi.org/10.1016/j.jclinepi.2023.07.015 
  24. Hengartner, M. P., & Plöderl, M. (2019a). Newer-Generation Antidepressants and Suicide Risk in Randomized Controlled Trials: A Re-Analysis of the FDA Database. Psychotherapy and Psychosomatics, 88(4), 247–248. https://doi.org/10.1159/000501215 
  25. Hengartner, M. P., & Plöderl, M. (2019b). Reply to the Letter to the Editor: “Newer-Generation Antidepressants and Suicide Risk: Thoughts on Hengartner and Plöderl’s Re-Analysis”. Psychotherapy and Psychosomatics, 88(6), 373–374. https://doi.org/10.1159/000502485 
  26. Plöderl, M., Hengartner, M. P., Bschor, T., & Kaminski, J. A. (2020). Commentary to “antidepressants and suicidality: A re-analysis of the re-analysis”. Journal of Affective Disorders, 273, 252–253. https://doi.org/10.1016/j.jad.2020.04.025
  27. Hetrick, S. E., McKenzie, J. E., Bailey, A. P., Sharma, V., Moller, C. I., Badcock, P. B., Cox, G. R., Merry, S. N., & Meader, N. (2021). New generation antidepressants for depression in children and adolescents: A network meta-analysis. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2021(5). https://doi.org/10.1002/14651858.CD013674.pub2
  28. Plöderl, M., Lyus, R., Horowitz, M., Moncrieff, J. (2025). The loss of efficacy of fluoxetine in pediatric depression: explanations, lack of acknowledgment, and implications for other treatments. Journal of Clinical Epidemiology. https://doi.org/10.1016/j.jclinepi.2025.112016 Preprint

Mad in Deutschland veröffentlicht Blogbeiträge einer vielfältigen Gruppe von Autor:innen. Diese Beiträge sollen zur Diskussion über Psychiatrie und ihre Behandlungsmethoden in Deutschland anregen. Die geäußerten Meinungen sind die der Autor:innen.

Michael P. Hengartner
Michael P. Hengartner
Michael P. Hengartner ist Professor für Klinische Psychologie an der School of Applied Psychology der Kalaidos Fachhochschule Zürich. Er ist diplomierter Psychotherapeut mit Weiterbildung in integrativer, prozessorientierter Psychotherapie. Zudem wirkte er als Associate Editor der Fachzeitschriften Frontiers in Psychiatry und Personality and Mental Health sowie als Experte und Berater für die WHO, die Europäische Kommission und den Schweizerischen Nationalfonds. Er pflegt internationale Forschungskollaborationen und ist Autor von über 170 wissenschaftlichen Publikationen.

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